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Eleganter Fuchshengst, von 4/99, M: Trakehner, o. P., springbegabt, umgänglich, kl. Blesse, 4 weiße Beine, sucht liebevolles Zuhause............

Wer wird bei so einer Anzeige, aus dem Internet nicht neugierig?

Ungefähr 4 Wochen vor dem Kauf am 11.11.2001 hatte ich einen Termin zur Besichtigung. Ich hatte Fotos geschickt bekommen, welche schon älter waren. Aber wie hat sich das Pferd verändert? Ein Pferd verändert sich Monat für Monat, besonders in der Kindheit. Auf dem Bild sah man einen kleinen, sehr jungen, fast noch fohlenartigen Fuchs. Wir, ich und mein damaliger Freund machten uns schon Gedanken, wie wir ihn zu uns bringen sollten, falls er mir gefallen würde. Von Braunschweig nach Prenzlau ist halt kein Katzensprung. Auf der Hinfahrt ab Berlin auf der Autobahn wurde uns klar, hier wird nicht über viel über Schrittgeschwindigkeit gefahren. Es ähnelte einer Teststrecke für Stoßdämpfer der extremen Art. Dort angekommen, in dem kleinen Dorf in der Uckermark mussten wir erst mal schauen, wo der Hof war auf dem er sich befinden sollte. Die Häuser die das Dorf bildeten konnte man an einer Hand abzählen. Es war ein schon sehr altes Gutshaus, ein Reit- und Fahrverein. Godavin lief mit einigen Ponies und Pferden auf der Weide, in manchen Nächten sehe ich es immer noch vor mir.....vielleicht träumt er auch noch manche Nacht davon wie es war mit den anderen und seiner Mama auf der Weide. Als ich ihn laufen sah war es um mich geschehen. Ich wusste er oder keiner.
Zuhause versuchte ich mit Mama und Papa, getrennt voneinander, mal darüber zu reden. Ich versuchte es auf die allgemeine Art und beide meinten ich sollte noch warten bis zum Frühjahr. Ich wusste das er dann weg sein würde und meine Chance jetzt ist. Außerdem ist der Winter die beste Zeit das Pferd zu kaufen. Er war noch nicht 3 Jahre und bis dahin kann er mich kennenlernen und ich ihn. Die feste Bindung war mir wichtig bevor ich ein junges Pferd reite. Außerdem musste er ja noch langsam drauf vorbereitet werden irgendwann einen Reiter zu tragen. Im Frühjahr könnte ich dann anfangen ihn langsam Anzureiten.
Im Dorf hatte ich schon vorher mal unverbindlich angefragt, ob ein Platz im Stall frei wäre für noch ein Pferd, in einer privaten Stallung, in der Platz für 3 - 4 Pferd war. Ich rief nur ein paar Tage noch einmal da an und vereinbarte einen Besichtigungstermin der Stallungen und erklärte dem Hofbesitzer das er ein Hengst sei, was der Besitzer nicht schlimm fand, obwohl sich im Stall eine Stute befand. Ich ließ ihm Zeit dies zu überdenken und mit den zwei anderen Pferdebesitzern zu bereden und er sagte kurze Zeit später zu. Ich konnte ihn jeder Zeit bringen, ich sollte nur kurz vorher anrufen, damit er den Stall einstreuen konnte. Dann hatten wir auch einen Hänger gefunden, den wir uns leihen konnten. Jetzt war nur die frage machen oder nicht machen! Auf jeden Fall würde ich ihn kaufen ohne meinen Eltern was zu sagen, doch was passiert dann? Ich wäre alt genug, dass sie mich vor die Tür setzen konnten. Doch er ist ein Trakehner, die Rasse der Rassen. Die Rasse über ich schon in früher Kindheit viel gelernt hatte durch meinen Opa, der im Krieg mit den Trakehnern kam und sie lieben lernte.
Die Besitzern von Godavin fing an zu drängeln, weil es noch einen andere Interessentin gab und sie ihn schon einmal beinahe verkauft hätte und diese einen Rückzieher machte. Ich sagte zu und machte einen Termin ab, an dem ich ihn holen wollte. Der Fahrer war auch bald gefunden im Freundeskreis meines Freundes, der gleichzeitig auch der Bruder einen ehemaligen Schulfreundin war. Ich wollte nicht das mein Freund den Hänger zog, weil er keinerlei Erfahrung hatte und die Strecke zu weit war. Der Freund hatte dann auch einen VW-Bus der den Hänger ziehen konnte. Und wer mit einem Boot nach Tschechin durch die Berge fuhr, konnte auch einen Hänger mit Pferd ziehen. Ich hatte die ganze Woche ein schlechtes Gewissen und schaute mir immer noch mal die eingescannten Fotos an.
Dann war es soweit, Sonntag den 11.11.2001 um 6.00 morgens. Nicht die Eltern wecken und raus schleichen. Mein Adrenalinspiegel war auf 300.. ich ging meinem Freund entgegen immer mit dem Blick zurück, was wenn meine Eltern was merken und mich jetzt abpassen oder einholen. Was werden sie sagen, machen und was sag ich der Besitzern? Sie kamen nicht und wir fuhren zu dem Freund der beinahe verschlafen hatte. Nach einigen, vielen Startproblemen des Busses ging es aber trotzdem los, im Landkreis Helmstedt holten wir den Hänger ab, bei dem wir die Kabel ordnen musste, denn einer hatte den Stecker abgezogen. Da war nur noch die Frage: was mach der Hänger wenn ich rechts Blinke? - Links Blinken? Bremslicht? Nach fast 2 Stunden, in der die Jungen mit dem Hängerbesitzer herum probierten und Finger abfroren fuhren wir über Feldwege in eine Werkstatt in der uns geholfen wurde und um 10 Uhr wurde ging unsere Fahrt weiter. Der freund war genervt ich leicht nervös und mein Freund fast am rumheulen, ich mein wer hat kein Eisblöcke als Finger.. das schmerzt. Nur höchstens 2 Stunden später nickte der Freund auf einmal am Steuer ein, was wir nur merkten, weil wir von der 3 Spur in die erste Wechselten ohne zu Blinken und dann auch noch beinah in der Leitplanke waren. Die Mittagspause fand dann bei Burger King statt. Eigentlich konnte ich es nicht fassen und dachte es wäre nur ein schöner Traum, auf dem Weg zu meinem Pferd.
Ungefähr um 16:00Uhr kamen wir dort an und meine Augen strahlten wahrscheinlich heller als die Sonne. Ich schloss mit der Besitzern meinen erarbeiteten Vertrag ab und gab ihr das Geld. Mein Halfter legte ich Godavin an und die Besitzern brachte den Kumpel von Godavin in den Stall, der mit ihm draußen war. Er ging nicht ohne Probleme auf den Hänger, ich nahm ihn vorne am strick, mein Freund und die Freundin von der Besitzern nahmen die Longen. Die Besitzern schob von hinten nach und dann war es vollbracht, nur noch der Weg nach Hause stand vor uns. Sie ging bald weg, nachdem sie sich verabschiedet hatte, es war für sie ein schwerer Schritt. Sie hatte ein Baby bekommen wohnte in Berlin und studierte und hatte zusätzlich noch ein Pferd in Berlin stehen was ihr gehörte. Sie hatte keinen Zeit und schon gar nicht dafür ein Pferd zu erziehen und ihn einzureiten. Doch sie durfte und darf jederzeit Godavin besuchen kommen, das hatten wir vor dem Kauf schon abgemacht.
Ich saß nun hinten im VW Bus strahlte vor mich hin und der Weg war kürzer als vorher bis kurz nach Berlin. Wir machten eine Pause um zu tanken und dann ging es weiter. Die Pause nutzte ich um in den Hänger zu gehen und Godavin einen Apfel zu geben und dann noch ne Mohrrübe. Dann begann ich zu Zweifeln, nein mehr Angst zu bekommen. Als wir bei Wolfburg waren riefen wir im Stall an, das ich in 2 Stunden beim Stall sein würde mit meinem Pferd. Um ca. 21 Uhr kam wir dort an und Godavin wollte gar nicht aus dem Hänger raus so müde war er. Doch nach einigen Minuten stand er sicher und ausgeglichen und fast am schlafen auf dem Hof. Im Stall war er nur am Trinken und Essen interessiert und so ließen wir ihn bald allein. Der Hänger musste noch weggebracht werden und um kurz nach 22:30 Uhr war ich dann zuhause. Mein Vater hörte mich kommen und los ging das Theater... ich dürfte ausziehen oder ich bring das Pferd zurück. Danach kam meine Mutter ins Zimmer und schrie noch lauter rum und klatsche mir eine. Nach einer Stunde konnte ich dann ins Bett gehen, nachdem sie mich fertig gemacht hatten und wussten wo das Pferd jetzt überhaupt war. Ich glaub sie staunten wie gut ich alles organisiert hatte. Am nächsten Tag auf der Arbeit konnte ich nur heulen ich wusste nicht was passiert, wenn ich nach Haus komme. Ich hatte am Morgen nicht mit meinen Eltern geredet und hatte ihnen die Adresse hingelegt woher Godavin kommt und die Telefonnummer von der Besitzern dazu. Mein Freund holte mich abends von der Arbeit ab und ich erzählte ihm alles. Das was er sagte war: Jetzt ist es zu spät. Wenn deine Eltern dich raus schmeißen kauf ich dir vorher Godavin ab und gebe dir die Hälfte Stallmiete dazu. Aber er kommt nicht zurück. Irgendwie war ich erleichtert, aber die Lösung wäre es nicht.
Abends unterhielt sich mein Vater in Ruhe mit mir, der schon lange von der Arbeit zuhause war. Er wunderte sich wie ich es schaffen konnte das Pferd zu mir zu holen, genauso wie meine Mutter. Sie war im Stall gewesen am Morgen und schaute sich Godavin ein erstes Mal an. Sie fand er sah struppig aus und mager. Mein Vater war auch schon bei ihm und mein Vater meinte er habe Mama überredet, dass ich ihn behalten darf und der Weg wäre ja auch zu weit. Mama behauptete sie habe Papa überredet. Also war alle Aufregung ein bisschen um sonst und beide haben sich zusammen überredet. Es war das Spiel mit dem Feuer aber ich hab es gewonnen, aber es war knapp und noch mal mache ich so etwas bestimmt nicht, dachte ich in dem Moment. ein Vater meinte ich müsste doch zum Pferd und so fuhren wir alle zusammen, mit meiner Oma. Später als sie weg waren kam dann noch mein Freund dazu. Ich konnte nicht anders und bedankte mich bei meinen Eltern noch am gleichen Abend, weil einstimmig bekannt gegeben wurde da sich ihn behalten dürfte. Vorher ließen sie das Ende offen, was mit Godavin nun wirklich werden sollte.
Also ging ich am 12.11 beruhigt ins Bett und konnte trotzdem nicht schlafen.



Nachdem ich Godavin im Oktober gesehen hatte kaufte ich mir in der Stadt gleich ein Buch, um in dem Argumente zu finden um ihn kaufen zu können mit Tipps zum Geld und Zeitsparen. Gewirkte hatte es nicht und so legte ich es zur Seite, überzeugt das es mich doch noch eines Tages interessieren könnte, da in ihm sehr viel über die Pferdehaltung in Eigenregie stand. Da meine Eltern meinten es sei dünn kaufen wir ein Müsli, welches extra für magere Pferde konzeptiert war damit diese zunehmen und einen Sack gequetschten Hafer. Die ersten Tage ließ ich in viel in Ruhe und putzte ihn nur, da er die anderen Pferde in Ruhe kennenlernen sollte und so stand er mit der Stute und dem Wallach zusammen auf der großen Weide. Eine Stute und ein Hengst zusammen auf einer Weide?- Jawohl, der Besitzer der Stute war fest der Überzeugung, dass mein Hengst noch nicht decken könnte. Er wollte mir auch nicht glauben, dass ein Hengst bereits mit einem Jahr Zeugungsfähig ist, ein wenig abhängig von der Rasse. Er ließ sich nicht wirklich von mir Führen und lief mich über, zog mich hinterher oder stur stehen. Ich dachte nur, dass kann doch nicht sein. Bis heute weiß ich nicht wirklich ob er es nicht richtig konnte oder einfach nicht wollte. Kinder sind schwierig und ein junges Pferd ist wie ein Kind. Also versuchte ich es ihm beizubringen und mich durchzusetzen, so richtig klappte es aber nicht, so stand ich den einen Tag auf der Straße, nur 5 m vom Hofeingang entfernt, und er wollte nicht weiter und fing an zu Steigen. Da ich ihn nicht an dem Strick führte konnte ich gut reagieren und ging kein Risiko ein, da ich nicht direkt bei ihm stehen musste. ich ging auf ihn zu und führte ihn wieder zurück zum Stall. OK an dem Tag gab ich nach, aber hatte ich einen große Chance? Nachdem es mit dem Führen auf dem Hof klappte und ich ihn auf der Weide zwischen den Pferde longierte mit Halfter, Longe und Peitsche traute ich mich ein zweites Mal mit ihm vom Hof herunter. Es kam 4 Schulkinder die Straße entlang, ich denke sie waren in der ersten oder zweiten Klasse, und Godavin folgte ihnen. Er wurde damals von Kinder geputzt und merke das bei Kindern immer was los ist und vertraute ihnen ohne sie zu kennen. Der eine von ihnen wohnte bei uns auf der Straße und so konnte ich bis zu mir nach Hause gehen, wo er mit Äpfeln und Mohrrüben gefüttert wurde und dann wieder allein ohne die Kinder zurück. Anfang Januar putze ich Godavin im Stall, legte ihm das Halfter an und zeigte ihm den Longiergurt in gelb-rot, den mein Freund mir mitgebracht hatte. Er beschnüffelte ihn und dann streife ich mit dem Gurt an seinem Hals lang und an seiner Brust. Godavin fand es nicht besonders schlimm, so legte ich den Gurt in der Mitte des Hals auf die andere Seite des Halses. In dem Moment ging er an dem Strick in seiner Box im Kreis. Ich zog leicht am Strick und lobte ihn als er stand, das Leckerli hatte er sich damit schon verdient, weil er stehen blieb ohne das ich es entfernen musste. Für den Tag reichte mir der Fortschritt schon, was sollte ich verlangen? Ein kleiner Schritt für mich ein großer für Godavin.
Den nächsten Tag stand Godavin schon ganz gelassen da und ich ließ den Gurt auf seinem Hals in Richtung Rücken rutschen, er ging wieder ein paar Schritte vorwärts. Seine Schritte wirken aber gar nicht mehr so hastig und so ließ ich ihn stehen, mit dem Gurt auf dem Rücken und lobte ihn. Dann ging ich auf seinen andere Seite und wackelte am Gurt, nachdem er nur seinen Kopf drehte und schaute was ich mache, ließ ich den Schnurrengurt nach unten und ging um ihn herum. ich streichelte seine Vorderbeine, seinen Bauch und nahm langsam den Gurt in die Hand und führte ihn an seinen Bauch. Er blieb stehen, ich hielt den Schnurrengurt an seinem Bauch an der anderen Seite wieder nach oben ohne ihn zuzumachen. Er sollte nur seinen Berührung spüren und keinen Angst haben. Es blieb stehen und war ganz daran interessiert was ich mache und was das werden soll, ich klopfte seinen Hals sprach zu ihm und ließ den Gurt wieder herab, ging auf die andere Seite, nahm ihn ab. Dann longierte ich ihn ca.10min. auf dem Sandauslauf gleich am Stall. Er lief nun ja auch schon etwas länger an der Longe. Seit Anfang Dezember, ließ ich ihn erst 5min und dann immer etwas länger an der Longe laufen. Er sollte dabei einfach nur lernen das er im Kreis laufen sollte und möglichst nicht dabei steigen oder mich hinterher zuziehen. Der Zirkel hatte nur eine Durchmesser von 5m, da ich ihn sonst nicht mehr richtig kontrollieren konnte. Es ist zwar nicht richtig ein Pferd in einem kleinen Kreis zu longieren, wegen den Gelenken, aber es ist nötig, wenn ein Pferd noch nicht weiß was er machen soll und man es allein ihm allein erklären muss und dazu noch ohne Longierzirkel. Am nächsten Tag machte ich das gleiche und zog dieses Mal an Gurt leicht an, er lief in seinem Stall im Kreis und war ganz außer sich, so dass ich beschloss ihn mit auf dem Sandplatz zu nehmen. Erst ließ ich ihn an der Longe laufen , er nahm schon nach 2min an der Longe den Gurt an und buckelte kein einziges Mal. Als er auf dem Platz lief, nach der Arbeit ganz allein mit dem Gurt, war er mehr daran interessiert sich was fressbares zu suchen am Rande der Umzäunung. Also rief ich ihn rein und er kam ganz allein und ging in seinen Stall wo ich ihn behutsam den Gurt abnahm. Die blaue Schabrake nahm er auch mit Fassung, die ich ihm gleich am nächsten Tag gekauft hatte. Er beschnüffelte sie und schon war sie mit etwas Skepsis akzeptiert, sobald sie auf dem Rücken war, war es gut, davor war es ein kleiner Kampf. Sie war groß und ging bei ihm fast bis an die Flanke. Schlimmer wurde es als ich ihn anband und ihm sie dann auf den Rücken legen wollte, er sprang hin und her und ließ mich nicht unbedingt gern an sich heran. Ich ließ ihn extra etwas länger, weil er sich dabei bewegen durfte, oder sogar sollte. Um so mehr er Freiheit hatte um so mehr würde er merken das keiner ihn zwingt und die Decke nicht schlimm ist. Nachdem die Decke drauf warf legte ich den Gurt an. Nach ein paar Tagen war auch die decke kein Grund mehr sich aufzuregen. Der Kopf ging zwar nach oben und die Augen wurden größer aber es wurde nicht mehr hin und her getanzt. Ein Buch musste her, d.h.. ich wollte ein Buch über Hengste und den Umgang mit ihnen und dieses zeigte mir auf, was ich richtig machte, wie ich mich durchsetzte und einiges mehr obwohl es allgemein gehalten wurde.
Jetzt war es auch noch soweit, dass er Hufschmied kam, die Telefonnummer hatte ich von einer Bekannten aus dem Nachbardorf, welche zwei Ponies hatte. Ich band Godavin nicht an und er blieb ganz gelassen beim Ausschneiden der Vorderhufe, die ersten 5 min, dann wurde es ihm zu doof und er ging hin und her. Die Hinterhufe wollte er nicht so geben, zumindestens nicht so das man sie ausschneiden konnte. Die Hufe nach vorne geben und auf den Bock setzen wollte er überhaupt nicht, er gab sie nach vorn und nahm sie wieder nach hinten nachdem sie auf dem Bock aufgefußt hatten. Vorne wie hinten war das Theater gleich. Dennoch meinte der Hufschmied, der mit ihm redete und ihm Leckerlis gab, das er super lieb gewesen sei.
Trotz allem fing er immer noch an zu steigen und wollte an der Longe nicht mitarbeiten, er lief jetzt bereits fast einen halbe Stunde an der Longe und ich ging mit ihm fast eine Stunde täglich durch unser Dorf spazieren. Das Buch sagte mir etwas was ich schon wusste: Was Hengstchen nicht lernt Hengst nimmermehr?! Das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd besteht aus Management, Ausbildung und Erziehung. In der Basisausbildung, der Erziehung wird entweder dem Jungpferd der Nerv gezogen oder der Mensch unterliegt dauerhaft. Betriebe mit sehr hoher Verantwortung führen ein Protokoll über Lernschritte, Besonderheiten und anderes, welche eine wertvolle Informationsquelle ist für den späteren Besitzer oder spätere Ausbildungsstufen. Ein so ein Buch zu führen habe ich einmal probiert, jedoch hatte ich nicht die Konsequenz und hab nur mehrfach damit angefangen. Empfohlen wurde die sorgfältige Ausbildung Boden mit Führübungen, Longen- und Doppellongen arbeit zur Festigung des Dominanzverhältnisses und der stressfreien Vorbereitung auf die Arbeit unter dem Reiter. Viele Pferde werden zu früh an ihre Leistungsgrenze gebracht und alles im Schnellverfahren erarbeitet und somit wird die Gesundheit des Pferdes gefährdet. Grundsätzlich ging es in dem Buch darum, das jeder Reiter einen höheren Rang einnehmen sollte als sein Pferd. Ein Hengst wird immer versuchen sie von ihrem Thron zu stoßen und er Anführer zu sein und Strafe dient dazu seiner Meinung einen Nachdruck zu verleihen, oft ist die Strafe in Pferdemanier mit Fußtritten, Kneifen und Drohgebärden am sinnvollsten. Lob hingegen ihr Pferd bestärken und motivieren und das Gefühl der Sicherheit geben und positive Ansätze belohnen. Die Kunst sei, es zu keinem Kampf kommen zu lassen den sie nicht gewinnen können und nie die Nerven zu verlieren. Steigen ist eine Provokation, auf welche ich ihm eine Antwort geben musste, doch wie? Ich kaufte mir einen dünnen Baumwollstrick und zwei Karabinerhaken. Ich setzte sie dann ein wie zwei Ausbinder, die vom Halfter zum Longiergurt führten. Es bracht nur einen Ansatz von Erfolg also versuchte ich es eine Woche später mit der Verwendung als Stoßzügel. Er wollte Steigen, in dem Moment als er seinen Kopf höher nahm, als bei der Aufmerksamkeit und seine Vorderbeine hochnahm, zog er Strick ihn wieder runter und er landete auf seinem Po. Ich glaub es war ihm sehr unangenehm und peinlich, ich forderte ihn sofort auf wieder aufzustehen und nahm die Longe kurz und longierte ihn bis er nicht mehr konnte im Trab. Nach ca. 45 min Trab war es dunkel, er schwitze und war fertig. Er folgte mit gesenktem Kopf in den Stall. Damit er sich nicht erkältete legte ich ihm einen alte Badematte auf den Rücken, sie machte ihm keine Angst ,weil sie war sie seine Schabrake. Der Baumwollstrick hielt zwar dem Zug nicht stand und baumelte zwischen den Beinen, da das Klebeband nach gab aber durch einen Griff den Godavin nicht bemerkte machte ich den Strick ab und er lief 45min ohne Hilfszügel an der Longe ohne irgendwelche Aussetzer. Seit dem Vorfall ist er nie wieder gestiegen weder beim Führen noch beim Longieren oder jetzt beim Reiten. Es war Februar und so weit war ich schon gekommen, zur Belohnung ging es mit meinem Vater zum Sattel, Trense und Gebisskauf. Der Wintec 2000 mit der Luftkissenpolsterung und ein englisches Reithalfter und ein Ausbildungsgebiss konnte ich mein Eigen nennen. Nach 3 Tagen versuchte ich ihm das Gebiss näher zu bringen. Ich ging auf die Weide zu den Pferden, wo auch Godavin stand, holte es aus der Tasche, zeigte es ihm und er biss rein, nahm den Kopf hoch und als er den Kopf runter nahm fiel es ihm aus dem Maul. Also Angst hatte er nicht und so konnte ich es am nächsten Tag als er im Stall war ihm aufzäumen. Er nahm das Gebiss ohne Murren und dann ließ ich ihn damit auf den Paddock. Es war auf keinen Fall schlecht was ich tat doch nach diesem Tage setzte er sich durch. Ich bekam das Gebiss nicht mehr ins Maul und auch kein Anderer. Er riss den Kopf hoch und schon war ich Machtlos und gab auf, ohne es ihm zu zeigen ich stellte mich einfach mit winzigen Erfolgen zufrieden. Den nächsten Tag war ich wieder einmal mit Godavin bei uns zuhause mit Longiergurt und Halfter. Ich nahm ihm den Longiergurt ab und versuchte ihm den Sattel aufzulegen. Godavin ging einpaar Schritte im Kreis und blieb dann mit Sattel stehen, dann führte ich ihn an und so weiter. Er akzeptierte den Sattel sofort. Und wer legt seinem Pferd noch den Sattel zum ersten Mal auf der Straße auf, im Gelände? Ich nahm ihm den Sattel wieder ab und er beschnupperte ihn, bevor wir wieder zum Stall gingen.
Durch einen Reitstall in der Stadt kam ich an eine Telefonnummer von einer Frau die Pferde einreitet. Als diese zu mir kam und ich Godavin führt und longierte hielt sie sich zurück und fasste ihn kein einziges Mal an. Bevor die fuhr meinte sie ich hätte mein Pferd nicht unter Kontrolle und er könnte machen was er wollte und sie würde ihn erst mal erziehen so drei Monate lang und dann würde sie uns sagen ob sie ihn einreitet. Allerdings sollte ich für die drei Monate sechshundert Euro bezahlen, ohne das was passiert. Die Frau war zum Kranklachen und schied somit als Hilfe für mich aus. Eigentlich war ich auch noch der Meinung ich mache das allein, aber meine Eltern hielten es anders für sicherer und sinnvoller.
Im März kam dann der Verkäufer des Sattels und macht ihn für Godavin passend, indem er das Kopfeisen austauschte. Mein neues Buch "Pferde richtig anreiten" zeigte mir auf, was ich schon alles richtig gemacht hatte, aber auch welche Schritte ich ausgelassen oder vernachlässigt hatte vor dem ersten Aufsteigen und ich war froh es gekauft zu haben und versuchte die Punkte nachzuarbeiten.
Zum Beispiel sollte ich beim Führen auch das Pferd rechtsrum führen können obwohl ich links bin und es sollte auch rückwärts gehen und die ganzen Führübungen sollten dann auch im Trab klappen. Weiter machte ich dann das beschriebene Ausweichtraining und wand es bei jeder Longenstunde, die es täglich gab, am Ende an. Longieren tat ich in den ersten Tagen nachdem der Sattel eingestellt war noch mit Longiergurt und versuchte ihn ein wenig an eine Doppellonge zu gewöhnen, was ihm Buch beschreiben war, als Fahren vom Boden aus. Bis heute geht es nur geradeso just-for-fun, aber ich hatte auch schnell damit wieder aufgehört, bald wenn es kälter wird werde ich vielleicht wieder damit anfangen und es ihm beibringen. Ich legte ihm in der Zeit immer mal wieder einfach nur so den Sattel auf und versuchte ihn ein wenig anzuziehen. Eine Woche ging das so, dann ging er mit dem Sattel an der Longe, die Steigbügelriemen hatte ich noch nicht am Sattel, sie würden mit den Steigbügeln ihn nur stören, zumindestens so früh am Anfang. Ende März machte ich die Steigbügel dran und band sie mit einem schnell lösbaren Knoten unter dem Pferdebauch aneinander fest. Er regierte ein wenig nervös und schaute mehrmals zum Bauch und steigerte sein Tempo, nach einer halben Stunde, am Ende ging er in Dehnungshaltung und hatte die störenden Dinger akzeptiert. Durch die Longenarbeit in Dehnungshaltung baute er die richtigen Muskeln auf um einen Reiter schadende tragen zu können, deswegen benutze ich des öfteren zwei Ausbinder oder einen Stoßzügel, den ich nach Ausbildungsstand immer ein bisschen kürzer schnallte um ihm den Weg in die Tiefe zu zeigen. Gleichzeitig baute er auch einen gewisse Grundkondition auf um nicht gleich unter dem Reiter zu ermüden. Das Ausweichtraining klappte so wirklich noch nicht, immer wieder versuchte er sich durchzusetzen, besonders wenn er wo hin wollte wich er mir nicht aus. Wieso sollte er auch nach links gehen, wenn rechts sein Futter stand? Eigentlich ging es auch bei der arbeit mehr darum die Aufmerksamkeit des Pferdes zu erlangen und die Führübungen zu vertiefen. Schließlich sollte das Pferd ihnen ausweichen und sie nicht rumrennen wenn sie schräg, links vor ihm gehen und nach rechts schwenken / gehen. Insgesamt gib es die Ausweichrichtungen nach vorn, hinten, rechts, links, seitwärts z.B. über Stangen, oben (Steigen), unten (hinlegen). Wobei oben und unten nicht wichtig ist. Weiter lernte ich zu begreifen was der negative und positive Kreislauf bedeutet. Der negative Kreislauf: Angst des Ausbilders =Kontrollverlust>Vertrauensverlust des Pferdes>noch mehr Angst beim Ausbilder>noch mehr Angst beim Pferd. Der positive Kreislauf: Sicherheit und Autorität des Ausbilders>Respekt und Vertrauen des Pferdes>Vertrauen des Ausbilders in das Pferd>Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Als der Hufschmied wieder einmal kam stand Godavin viel ruhiger und fing erst fast am Ende der arbeit, beim Ausschneiden des letzten Hufes an rumzutanzen. Nachdem ich einmal im Gelände einige Schwierigkeiten hatte kaufte ich mir einen Hackamore, mit dem ich ihn nie longierte und ging mit ihr spazieren. So konnte ich im Gelände Godavin von hinten mit den Zügeln lenken und dirigieren. Einmal zeigte Godavin angst vor einem Altkleiderkontainer, da wandte ich die praktische Angstbewältigung an, indem ich ihn nicht hinter mir gehen ließ, da der Weg schmal war, sondern ihn sondern ihn schickte, ich ging neben ihm und er musste an dem Kontainer zuerst vorbei und ich ging leicht seitlich von ihm auf der Straße. So brauchte ich nicht riskieren das er auf die Straße springt und ich zu spät reagieren kann und die Autos evtl. auch oder das er mir von hinten in den Rücken springt und mich vielleicht verletzt.
Als wir am 1. April nach schrecklichen Vorfällen den Stall wechselte, nachdem mein damaliger Freund mit der Mistgabel in der Magengegend bedroht wurde, lernte er noch durch einen Wink von mir die Richtung zu wechseln, an der Longe. Ich musste die Longe nut etwas kürzer nehmen, die Longenhand wechseln und die Peitsche vor seine Nase halten und schon macht er einen Richtungswechsel, im Schritt wie im Trab, eine Art Roll Back (bei Westernreitern so genannt). Die Koordination machte nicht mit Godavin, bisher empfand ich es als kleine Spielerei ein Pferd vom Boden aus rückwärts in eine Gasse einzufädeln. auch Übungen, wo ein Pferd seitwärts über eine Stange geht habe ich nicht beigebracht. Vielleicht wird dies auch noch ein Punkt in seiner Ausbildung. Spannender fand ich die Arbeit mit Cavalettis, allerdings beherrschte Godavin die im März noch nicht und ich hatte auch keine richtigen Stangen dazu, bis auf dünne Äste, die sich kaum von der Bodenfarbe abhoben. Kleine Sprünge machte Godavin allein auf dem Platz, indem ich ihm seinen Weg zum Stall mit Stangen zubaute, insgesamt kam ich aber nicht höher als 60cm. Eine Woche vor Ostern zeigte er mir allerdings eindrucksvoll wie er springen kann. Er war auf der Weide, allein wie schon öfters und meine Nichte und ich spielten mit ihm, nach 15min hatte er keine Lust mehr und sprang aus dem Stand über einen 120-130cm hohen Zaum und ging über die Straße zur Stalltür und wartete auf uns.



Der Weg, den wir am ersten April zurücklegten war eine Strecke von 8km, vorbei an Stutenweiden und durch einige Dörfer. Los ging es zehn morgens, nachdem er sein Frühstück aufgegessen hatte und soweit verdaut. Ich legte ihm den Sattel auf und die Hackamore an. Ich führte ihn an den Zügeln und an der Longe, da ich wenn er sich erschreckten sollte ich mit der Longe auf der Sicheren Seite war. Über die Hackamore kam das Halfter, denn ich wollte ihn nicht die Strecke mit der scharfen Zäumung führen, sie sollte ihn nur daran erinnern das ich auch noch da bin und er nicht am längeren Hebel sitzt.
schon bei uns noch im Dorf kam uns ein älterer Mann mit einem Hund entgegen und fragte ob wir für Deutschland starten. Ich konnte nur grinsen und meinte: Noch nicht. Die Verbindungsstraße zwischen Thune und Harxbüttel wurde von vielen LKW´s und Linienbussen befahren. Godavin fand es spannend und ging fleißig mit. Als wir das Dorf verließen kamen wir an einer Weide vorbei auf der nur Stuten standen, sie kamen an den Zaun gelaufen in langsamen trab und beschauten ihn. Er fühlte sich ganz toll und hätte ja gern einen auf - ich bin so toll - gemacht, aber er hatte schiss vor den Irischen Kühen mit ihrem langen Fell auf der anderen Seite des Weges. Links die tollen Weiber und rechts die gefährlichen Kühe und Godavin wollt nur noch vorbei. In dem Moment kam meine Mutter mit ihrem Fahrrad und Äpfeln im Fahrradkorb vorbei. Sie wollte mich nicht allein gehen lassen, da sie Angst hatte. Fünf Minuten später kamen wir an einer Weide mit einem stattlichen Haflinger, einem Pony und einer zierlichen Warmblutstute vorbei. Er meinte nun er müsste nicht weitergehen, sondern stehen bleiben und die drei beobachten. Er merkte das ich das nicht wollte und so versuchte er mich abzudrängen und anzusteigen. Ich konnte darüber nur lachen und gingen einfach weiter. Wir gingen dann in kreisförmigen Bewegungen weiter, immer wieder ein Kreis und noch ein Kreis. Im nächsten Dorf, Walle, hatte er keine Lust mehr und meine Mutter versuchte ihn mit Äpfeln vorwärts zu locken. Er wollte wieder umkehren, aber wenn Äpfel locken kann ein Godavin nicht nein sagen. In Walle nahmen die Autofahrer, besonders die LKW-Fahrer keine Rücksicht und Godavin sprang jedes Mal zur Seite, wenn sie mit Vollgas an ihm und mir vorbei düsten. Ich glaub ich kann sagen, dass sie niemals 50km gefahren sind sondern schneller. Das Wehr der Oker überquerte er ohne Probleme, dann kam auch schon Rothemühle, unser Zielort, doch wo steht das Haus? Die Hausnummer gingen ein wenig durcheinander und viele Höfe mit Pferden. Godavin schaute hier und schaute dar und war wieder ganz begeistert. Endlich hatten wir den Hof gefunden, auf dem er einen Monat lang stehen sollte. Die Frau des Hofes zeigte mir die Box in den ich ihn stellen durfte. Man bemerkte ihr Angst und den großen Respekt vor Godavin und sie gab dies auch zu. Seine Box war ganz vorn und er hatte keinen Stallnachbarn, um Ärger zu vermeiden. Es war eine Gitterbox und der übernächste Stall gehörte einer schneeweißen Stute, Godavin war hin und weg und sie auch. Ich Sattelte ihn im Stall ab und nahm ihm die Hackamore, wie das Halfter ab und ließ ihn nach kurzer Zeit allein. Er war sowieso mit allem anderen beschäftigt und nicht mit mir. Ich musste nur aufpassen, dass er mir nicht beim tänzeln auf den Fuß trat. Er bekam von mir noch einpaar Äpfel und Möhren in den Stall und dann ging ich auch schon wieder. Ich konnte eh bei ihm nichts weiter machen und ich hatte noch einen wichtigen Termin. Ich fuhr mit dem Rad meiner Mutter nach Hause und sie ging zu Fuß.

Ich erinnere mich ungern an den April. Doch einige Fakten weiß ich bis heute noch.
Am 4.04 stand unerwartet seine ehemalige Besitzern vor unserer Haustür. Eigentlich hatte ich ihr geschrieben, dass ich keine Zeit hatte, weil ich Arbeiten muss. Sie war mit ihrem Mann da und so fuhr ich mit ihnen zu Godavin. Schon da sah man Godavin an, dass es ihm dort nicht gut ging und er eigentlich dort wieder weg wollte. Sein Fell war stumpf, struppig und ohne jeden Glanz.
In den ersten 5 Tagen war ich fast täglich bei Godavin und putze ihn in der Box. Herr Hofbesitzer und eine seiner Töchter hatten immer ein Auge auf mich. Ich verabreichte ihm täglich etwas Baldrian mit seinem Essen, was ich ihm abends brachte. Er war sehr nervös und hatte sich schon eine Verletzung oberhalb des Auges eingehandelt. Also wurde meine nächste Investition eine Wundsalbe, welche sehr gut half. Dann rief der Hofbesitzer an und sagte zu meiner Mutter, dass sie mir sagen sollte ich sollte ihn nicht in seiner Box putzen, denn er hätte Angst um mich.  Ich konnte ihn dort auf dem Hof nicht longieren da ich nicht in die Halle durfte und der Springplatz immer voll mit Hindernissen war. Also ging ich nach der ersten Woche mit ihm im Gelände spazieren mit Halfter und Longe, wie damals in Thune auch. Mein damaliger Freund war auch dabei. Das zweite Mal als wir mit ihm spazieren gingen meine er, er könnte mit Godavin laufen. Das war ungefähr 40 min nachdem wir losgegangen waren, den gleichen Weg wie beim ersten Mal. Die recht stark befahrene, lange Straße, auf dem Radweg, entlang über die Bundesstraße, eine kurze, wenig bewohnte Straße entlang und dann Feldweg mit links und rechts Felder. Er lief mit ihm eine ganze Ecke auf dem Feldweg und drehte dann um. Ich meinte er sollte nicht laufen mit ihm doch er tat es und Godavin wurde immer schneller und er konnte ihn nicht mehr halten. Da er die Longe um seine Hand gewickelt hatte konnte er nicht loslassen und Godavin schliff ihn hinter sich her, an mir vorbei. Ich konnte Godavin nicht aufhalten da der Weg sehr breit war und er jederzeit nach links und rechts hätte ausweichen können. Im Jagdgalopp zog er ihm ca. 500m mit sich. Danach raste er immer weiter. Ich machte mir zwar Gedanken, war aber eher sauer auf meinen damaligen Freund, welcher sich nicht aufhalten ließ und hinter ihm herhetzte. Es dauerte nicht lange und ich sah keinen mehr von beiden. Ich war sauer und dachte nur daran wie peinlich es auf dem Hof sein wird. Angst um Godavin, dass ihm was passiert hatte ich weniger. Zu der zeit war nichts weiter auf den Straßen los und bei der Bundesstraße waren auf dem ersten Weg mehrere Leute die an einem Auto rumbastelten. Ich hoffe sie waren zu der Zeit auch noch da. Ansonsten wusste Godavin dass man rechts und links guckt bevor man über die Straße geht oder läuft und er wusste das er auf den Radweg gehen musste.
Nach einer Zeit, als ich gerade in Rothemühle ankam, kam mir ein Mann entgegen. Er war der Nachbar von dem wo mein Pferd stand. Er meinte nur, dass er wohl zu seinen Stuten auf den Hof wollte und er ihn hinüber brachte und dort gleich in die Box. Das weitere Gespräch schien mir recht nett, aber auch mit viel Respekt vor Godavin und mir.
Auszüge von dem was der Mann sagte:
"Das Pferd ist super gut, da muss ein Spitzenreiter drauf. Der hat Feuer unterm Arsch."
"Der, der den einreitet braucht eine gute Lebensversicherung."
Dann kam mein damaliger Freund und meinte er hätte alles geklärt und er hätte die Standpauke erhalten und sauer wäre auf mich keiner und Godavin wäre jetzt in seinem Stall. Ich hatte trotzdem keinen Bock. Auf dem Hof angekommen sagte keiner auch nur irgendwas.
Auf dem Hof wurde sein Stall nicht gemistet und auch nicht eingestreut, so ging ich jeden Abend nur kurz in den Stall und streute ein. Godavin bekam weiterhin zu jeder Mahlzeit mindestens 1kg Hafer egal was ich sagte. Mir war klar das Muskeln Eiweiß brauchten doch soviel Hafer stiegt in den Kopf und ich fütterte lieber Müsli und nur wenn er was tat bekam er mal Mais oder Hafer.
Am 15.April war der große Tag er sollte in die Klinik zum Kastrieren. Morgens um 8 Uhr fingen wir zu zweit an. Doch um 9 war er immer noch nicht auf dem Hänger wir versuchten es mit Futter und einer Longe hinter den Po, nichts half. Dann half der Hofbesitzer und eine Frau, die dort ihr Pferd eingestellt hatte mit. Die Frau und der Hofbesitzer nahmen je eine Longe, mein Freund Godavin und ich sollte ihn auf Anweisung des Hofbesitzers mit der Peitsche Angst machen. Mein Pferd hatte keine Angst, riss den Kopf so hoch dass das Halfter aufging, und lief frei auf dem Hof rum. Also ging ich hin und legte ihm wieder das Halfter an. Godavin vertraute mir, aber beim Hänger endete dieses.
Da er zwei Höfe eingeritten werden sollte und wir in Kontakt mit den Leuten standen ging ich hin und fragte ob es helfen könnte. Nach dem Frühstück wollte er gleich kommen, in 10 min. Wieder bei Godavin kam die Frau auf die Idee ihm Betäubungsmittel zu geben, welches in kleiner Dosierung nur die Bewegungen verlangsamten und das Pferd ruhig stellt. Ich willigte ein, auch wenn ich dann bei der Klinik das Mittel kaufen musste um ihr etwas Pulver zurückzugeben. Als der vom Frühstück kam war Godavin betäubt. Er sprang für die Frau ein und Godavin ging dann mit weniger Nachdruck als vorher auf dem Hänger.
In der Klinik war er dann bis Freitag. und ich hab ihn dort nicht besucht, weil keiner mit mir hinfuhr und ich allein dort nicht hinkam. Am Nachmittag des 19. flößte die Ärztin ihm Betäubungsmittel ein. Allerdings lief es ihm auch wieder aus dem Mund heraus, da er es nicht schluckte und sie ihm nicht den Kopf oben hielt. Aber was will man machen. Er ging ganz ohne Probleme auf den Hänger, trotz das er nicht ruhig gestellt war.
Auch jetzt fuhr ich nur hin um einzustreuen und ihn etwas zu putzen und die Wunde zu überprüfen und so ging es bis zum Mai. An seinem Geburtstag dem 28.04 war ich noch nicht mal bei ihm.

Am Morgen des 30 Mai´s konnte ich ihn schon umstellen, zu dem Mann der ihn einreiten sollte, nur 2 Höfe weiter. Dort waren keine Gitterboxen, sondern große helle Boxen aus Holzbrettern und rundherum auch nur ca.150cm hoch, die Tür war sogar noch niedriger. Kurz nachdem er dort stand machte ich mit meinem damaligen Freund Schluss, da er eifersüchtig auf mein Pferd war.

Er stand neben einem grauen Wallach, welcher nur 5 Tage jünger war als er. Ein Sachsen-Anhaltiner namens Caribic Mono. Die beiden haben nach und nach die Boxenwand zwischen ihnen ca.50cm niedriger gemacht, indem sie die Bretter aus der Eisenschiene beförderten. Zwischen der Schiene und den Brettern war nur ein kleiner Spielraum und den müssen sie genutzt haben. Wie sie es gemacht haben weiß keiner. Die Wurmkur wurde ihm im Mai vom Hofbesitzer verabreicht, weil ich keine Zeit hatte und sie alle am selben Tag bekommen sollten. Der Hufschmied schaute sich Mitte des Monats seine Hufe an. Sie waren leicht rötlich, wegen den schlechten Verhältnissen im letzten Stall, doch mit einer Lotion, die ich schon im April anwendete, wurden sie immer besser. Godavin stand ganz lieb da und ließ sich die Hufe ausschneiden und raspeln, obwohl es nicht der Hufschmied war, der sonst immer zu ihm kam. Den Hufschmied kannte ich schon aus frühster Kindheit, da er ab und zu bei unseren Nachbarn zu Besuch war mit seiner Stiefmutter und seinem Vater. Seine Stiefmutter war nämlich die Schwester von unserer Nachbarin. Nur zwei Tage später mussten wir den Tierarzt rufen, da Godavin schwer lahmte, als ich ihn vom Paddock holte. Ich holte den Tierarzt zu dem ich  immer mit meiner Katze ging und meinen Kaninchen, da er auch Großtiere behandelte. Aber an dem Tag merkte ich, dass er für Großtiere nicht geeignet war. Er traute sich nicht richtig an mein Pferd ranzugehen und den Huf musste ich auch heben und ihn festhalten. Er sollte nach einem Hufgeschwür untersucht werden aber es sah eher nach einer Mutprobe für den Tierarzt aus. Er bekam ein Mittel welches die Schmerzen lindern sollte, da er Arzt nichts feststellen konnte. Eine Salbe bekam er auch, allerdings war sie nicht geeignet aber der Tierarzt bestand darauf das sie nötig wäre. Ich wand die Salbe nicht an und nach 2 Tagen ging er wieder völlig normal. Alle vom Hof mussten über den Tierarzt lachen und ich empfand es als etwas peinlich. Bis heute weiß ich nicht was es war. Ich nehme an, das er sich den Huf vertreten hatte weil der Hofbesitzer 5cm dicke Äste auf den kleine Paddock gegeben hatte und auch zu viele Pferde auf ihm standen. Denn auf fünf mal fünf Metern fünf Pferde zu stellen und darauf noch Äste zu packen grenzt an Überfüllung. Nach den zwei Tagen kam dann Godavin wieder täglich auf den Paddock, aber ohne Äste. In dem Monat kaufte ich mir Schlaufzügel, weil er Hofbesitzer meinte das ich sie zum Longieren nehmen sollte und mit ihnen wollte er dann Godavin auch einreiten. Dann zum krönenden Abschluss bekam Godavin dann ganz leichte Mauke, da der Paddock ständig matschig war und die Boxen auch nicht gerade besonders gut gemistet wurden. Aber ein Hautbalsam ließ es nach kurzer Zeit wieder abheilen.
Den nächsten Monat bekam er eine Nachbarin, auf die andere Seite. Eine etwas ältere, ehemalige Schulpferdstute, namens Hasi. Mitte des Monats begann dann endlich der Hofbesitzer mit dem einreiten. Godavin gewöhnte sich schnell und ohne sich groß zu wehren an das Reitergewicht. Und schon nach einer Woche trabte er durch die Bahn. Nach dem nun die ersten Schritte gelegt waren, wie es sich Mama und Papa wünschten konnte nun auch ich aufsteigen, im Schritt und Trab an der Longe. Eigentlich wollte ich Godavin selber anreiten, doch Papa und Mama hatten etwas Angst und so machte dies der Hofbesitzer. Ich hatte immerzu ärger mit ihm, da er das Schnalzen was ich nicht mochte nicht lassen konnte und dies abzulud nervend ist und beim Einreiten eines Pferdes nicht zu tun hat und in meinen Augen auch unreiterlich ist. Er selber schnalzte auch wenn er seine angeblich S ausgebildeten Pferde ritt in einer Tour. Ohne Schnalzen ging kein Pferd unter ihm. Und er ritt auch seine Pferde nur mit Schlaufzügeln oder anderen Hilfszügeln und natürlich mit Sporen. Im Juli wurden dann noch mal seine Hufe Korrektur geschnitten und er machte seine ersten Galoppsprünge unter dem Reiter. Der Hofbesitzer meinte, dass er noch nie so ein schnelles Pferd geritten hätte. Der Juli war auch der Untergang für den Friesenhengst des Hofes, den Godavin setzte sich sofort durch und wurde der Anführer auf der Weide. Der Juli wurde mit dem August die Monate der Überschwemmung und die Insekten kamen an die MACHT. Damit er sich nicht ständig belästigt fühlte beim reiten kaufte ich Godavin einen Ohrenschutz. Er war grün, gehäkelt, mit Leinenohren und Godavin akzeptierte ihn sofort. Er sah damit einfach zum schreien aus, einfach niedlich.
Trotz der Kastration zeigte er sich immer noch voll Temperament, auch an der Longe. So hatten immer mal wieder ein paar Reiter Angst das er mir ausbüxen könnte, da er sich gab wie ein Wildpferd. Ich genoss die Blicke der Anderen und so mache spitze Bemerkung. Die eine Frau hatte auch einen Trakehner und kam mit ihm überhaupt nicht klar, das Drama mit den beiden begann schon beim Auftrensen und Putzen. Diese Frau konnte auch nicht reiten und meinte dann nur zu mir so etwas wie: "Nicht jeder Trakehner ist ein tolles Pferd, es kommt auch auf die Eltern an, wie ihr Charakter und Temperament war." Ich glaube sie wollte mir sagen das mein Pferd nicht leicht zu reiten sein wird und schlimmer werden würde wie ihrer, also ein kleiner Teufel. Aber ich machte mir nichts daraus, schließlich war ich es bereits gewohnt.
Schon im April musste ich mir immer was einfallen, um ihn nicht zu langweilen an der Longe, so stellte ich ihm mal ein kleines Hindernis auf, mal eine oder zwei Cavalettistangen. Auch drei Stangen in einem Abstand von einem Meter brachten Godavin nicht ins schleudern und er trabte darüber mit Eleganz und aufgestelltem Schweif. Mit mir auf dem Rücken nahm er die Stangen auch schon, aber nur im Schritt. Ich ging im Sommer regelmäßig mit ihm oft über eine Stunde spazieren. Sein Interesse erhielten immer die Sprenger, die auf den Feldern zu Bewässerung standen. Angst hatte er kam davor und nachdem ich immer mit ihm an die Pumpen ging und ihn von den Pumpen seine Leckerlis essen ließ, machten ihm auch die lauten Pumpgeräusche keine Angst mehr. Manche von ihnen knackten und quietschten fürchterlich. Mama und Papa kamen ab und zu auf einen Spaziergang mit ihm und das veranlasste Godavin immer zu überprüfen das keiner zurückblieb, ansonsten wartete er.

Am 31. August war das Einreiten beendet, d.h. der Hofbesitzer brauchte mir nicht mehr Helfen, wie er es bis dahin immer mal wieder tat und wenn es nur ein wenig Korrektur an mir war. Er ritt bis zu dem Tag Godavin 5 Tage die Woche, aber nur eine halbe Stunde höchstens und wenn ich da war noch weniger, damit ich dann noch auf ihm reiten konnte. Kaum gab meine Mutter das bekannt hatte Godavin eine Verletzung am Bein. Ich kam am nächsten Tag in den Stall und er hatte ein dickes, geschwollenes Fesselgelenk und lahmte. Der Tierarzt stellte eine Prellung fest und gab mir eine Paste für sein Gelenk, zur Kühlung und einmal am Tag musste ich ihm Antibiotikum unter die Haut spritzen, da er leichtes Fieber hatte. Das Fieber war nach 48 Stunden wieder weg. Die Schwellung kam von der Wand, gegen die er immer trat, welche von den Beiden schon vor langer Zeit auf ca. 130cm niedriger gemacht wurde und nicht wieder erhöht wurde. Der Stallbesitzer hielt es nicht für wichtig, auch nach der Verletzung machte er die Wand nicht höher. Der Wallach hatte sich schon vor 3 Wochen das Bein verletzt und wurde vom Huf bis über das Sprunggelenk dick verbunden. Nach 2 Wochen konnte ich anfangen ihn wieder richtig zu longieren, damit der mit der Belastung des Beines wieder anfing. Ich erfuhr nun Mitte des Monats, dass Godiva zur Welt gekommen war und sie Godavin´s Tochter sei. Am gleichen Tag wollte ich es noch dem Stallbesitzer und vor allem Godavin erzählen und als ich kam in den Stall kam hatte Godavin sich wieder verletzt. Diesmal war es ein dickes, geschwollenes Sprunggelenk und er Stallbesitzer konnte nur drüber lachen. Ich kaufte mir Bandagierkissen und bandagierte ihm jeden Abend beide Hinterbeine ein um eine weitere Verletzung zu verhindern. Nach einer Woche beschwerte sich meine Mutter bei ihm telefonisch und versuchte eine andere Box für Godavin zu bekommen. Nach einiger Zeit meinte er, er würde versuchen mit einem Pferd zu tauschen, von den anderen Pensionspferden, nicht mit einem von seinen Pferden. Den nächsten Tag hatte der Stallbesitzer mit der Stute neben Godavin den Platz getauscht. Allerdings hatte er der Besitzern von der Stute nicht den waren Grund gesagt und meinte zu ihr, dass es nur für 3 Tage wäre. Es war aber für eine Woche, da dann der Wallach den Stall verlassen würde und so das Theater ein Ende hatte. Jetzt kam wieder mein alter Hufschmied zu Godavin und meinte ich könnte ruhig, wenn etwas ausbricht vom Kronenrand selber mit meiner Hufraspel feilen und erklärte mir, wie ich es am Besten mache. Godavin stand vorbildlich da und eine Reitschülerin vom Stallbesitzer mit ihrer Mutter schauten zu. Nach einer Woche, am 1. Oktober, war dann Godavin schon fast ganz gesund und der Wallach verließ am frühen Morgen den Stall. So konnte Godavin wieder in seine Box und noch am gleichen tag wurde vom Stallbesitzer die Wand wieder erhöht, denn sein Pony sollte in die Box kommen, welches in einer Notbox bis dahin lebte. Eine Abschwitzdecke aus Fleece bekam er dann auch noch, da er gut mitarbeitet und die Tage kälter wurden im Oktober. Zusätzlich bekam er auch noch einen Jolly Ball, welchen er leider komplett ignorierte. Jetzt kann ich nur noch, in Sachen Stallbesitzer und seine Frau, auf den folgenden Bericht von mir verweisen:


Pferdepension

Pensionsstall
Als ich in den Pensionsstall kam gingen schon nach kurzer Zeit zwei Einsteller mit ihren Pferden in einen anderen stall. Aber wer macht sich da schon Gedanken? Jetzt wo ich lange Zeit dort war und mit mehreren Leuten gesprochen habe und Informationen gesammelt habe kann ich sagen: Man sollte Leute warnen, selbst Leute die man nicht mag, denn es geht um Pferdegesundheiten. Es war vereinbart, dass mein Pferd noch im selben Monat eingeritten wird, da der Stall weit weg war und die Miete irrsinnig hoch war. Es dauerte fast zwei Monate bevor der Berufsreiter anfing ihn anzureiten und auch nur weil mein Vater heftigen Druck machte, während ich schon mit Godavin auf dem Platz wartete. Ich hatte ihn in der Zeit schon reiten sehen und war der Meinung das ein Berufsreiter besser reiten können müsste. Meine Eltern, denen ich das sagte meinten ich wollte ihn nur schlecht machen. Ich war eigentlich seit ihn das erste Mal reiten sah dagegen, dass er mein Pferd einreitet. Er hatte die Steigbügel, egal bei welchem Pferd, viel zu kurz und schnalzte ununterbrochen. Auch seine Sporen und Hilfszügel waren immer dabei. Als ich ihn bat das schnalzen auf meinem Pferd zu unterbinden machte er einen heftigen Aufstand und meinte, wenn er es nicht machen dürfte wie er es will dann sollte ich es gefälligst alles selber machen. Auf meine Aussage, dass es unreiterlich wäre, sagte er nur das ich doch gar nicht wüsste was unreiterlich wäre. Als wir bekannt gaben, dass er mein Pferd nach 2,5 Monaten nicht mehr reiten müsste fingen die Probleme mit ihm und seiner Frau erst richtig an. Mein Pferd verletzte sich und er konnte nur darüber lachen und gab meinem Pferd die Schuld dafür und meinte lauthals: PECH. Nie wurde eine Verletzung von dem Berufsreiter entdeckt, obwohl es in dem Vertrag eine Gesundheitskontrolle gab, welches täglich durchgeführt werden sollte. Mit der Fütterung hielt er es auch nicht so genau. Er hielt sich nicht an Vereinbarungen mit mir welches besagten, dass mein Pferd weniger Hafer bekommen sollte. Heu wurde wie Mangelware gehandhabt, so wurde Schätzungsweise nur 2kg Heu am Tag pro Pferd gefüttert. Und mehr Stroh wurde auch nicht eingestreut, egal wie nass die Matratze war. Da es keine mechanischen Tränken gab musste der Wasserbehälter in jeder Box mindestens einmal täglich aufgefüllt werden. Doch  es wurde nicht aufgefüllt, über 1,5 Monate kam ich täglich morgens in den Stall und füllt bei jedem Pferd das Wasser auf und entfernte auch das Stroh und Heu aus dem Behältern. Ansonsten gab es einfach kein Wasser an diesem Tag. Die Fäkalien sollten täglich aus dem Stallentfernt werden, das schlimme war, das ich wenn ich morgens im Stall war und er gerade erst gemistet hatte und die Pferde auf der Weide waren meist mindestens noch 3 Haufen Pferdeäpfel im Stall fand und nass war die Matratze bei allen Pferden, außer seinen, immer. Er nahm nie das vollgepinkelte Stroh aus dem Stall, schließlich sollte das Stroh in der Box für einen Monat reichen. Ich hatte ihm einmal geholfen beim misten, da sagte er dies zu mir. Ich durfte pro Box nur höchstens eine kleine Karre Mist aus dem Stall holen. Eine Frau die sich bei mir im Dezember als Reitbeteiligung vorgestellt hatte war bis ich kam auf dem Hof und half ihm auch mal beim Misten und machte die gleiche Erfahrung. Einmal im Monat sollte gemistet werden, das habe ich in den ganzen Monaten, als ich da war nie bemerkt oder beobachtet. Drei Tage war der Berufsreiter und seine Frau einfach nicht aufzufinden und in den Tagen durfte auch Godavin nicht auf die Weide. Am Ende der drei Tage stellte sich heraus, dass er im Urlaub war. Er hatte zwei Frauen den Stall anvertraut, welche ein Pferd auf dem Hof besaßen. Die eine war super altklug und hatte immer was an mir herumzumeckern. Die andere war zu blöd das Pferd aus der Box oder aus dem Paddock zu holen. Das einmal holte sie ihr Pferd vom Paddock, wo auch noch andere Pferde draufstanden und sie vergaß hinter sich den Paddock wieder zu schließen und alle Pferde liefen raus. Für 20 Pferde waren auch nur 3 Anbindeplätze vorhanden und in der Stallgasse konnte ich mein Pferd auch nicht anbinden da der Gang nur 1,5m breit war. Alle anderen, bis auf uns drei hinten im Stall konnten sie dort anbinden aber auch nicht gut, da ständig einer durch wollte oder die Pferde aus den Boxen das angebundene Pferd ärgerten.
Die Reithalle sollte im Sommer fertiggestellt sein sollte wurde auch nicht fertig und durch den Bau hatten wir auch dort keine richtigen Reitplatz mehr. Zusätzlich war der Rest des Reitplatzes, ca. 25*20m, so matschig das man ihn kaum betreten konnte und zeitweise sofort 14cm in dem matsch versank. Einige von den Reitern ritten trotzdem auf dem Platz was ich unverantwortlich fand. Der Berufreiter gab sogar auf dem Platz noch Reitanfängern unterricht. Über zwei Monate lang wusste ich nicht wo ich mein Pferd anbinden oder reiten sollte. Meine Alternative war für mich, sich selber um einen Platz zu kümmern. So fragte ich eine Frau, welche einen Reitplatz besaß. Sie meinte das ein Großpferd zuviel aufwühlt, weil sie den Platz auch noch als Weide benutzte. Ich verstand sie und sie gab mir den Tip mein Pferd auf dem Feld gegenüber zu longieren, da der Besitzer des Feldes dagegen wohl nichts hätte. Auch erzählte sie mir das seine Reithalle schon letztes Jahr im Sommer fertig sein sollte. So longierte ich ihn dort, obwohl es mit einem jungen Pferd nicht gerade ungefährlich war. Aber es war besser als nichts. Nach einpaar Tagen bemerkte ich das der Berufsreiter von dem Feld wusste und mir einfach nichts gesagt hatte, sondern nur seinen Lieblingen im stall.
In der ersten Woche nach dem Der Bau der Reithalle anfing war ich immer noch mal  auf dem Reitplatz um mein Pferd zu longieren. Die Lieblinge vom Berufsreiter ritten mir immer wieder in meinem Zirkel wenn sie auf den Platz kamen und so wurde das longieren unmöglich. Die Frau des Berufsreiter unterrichtete mich das ich vom Platz zu gehen habe weil sie ihre Pferd laufen lassen wollte, den einen Tag und den anderen verbot sie mir ein Hindernis wegzuräumen, damit ich besser longieren konnte. Nach 5 min. kam allerdings die Besitzern vom anderen Trakehner und räumte die Hindernisse weg und sie meinte es wäre in Ordnung. Die Frau räumte mir auch meine Stangen weg, über die ich Godavin longierte. Sie meinte frech zu mir, als ich sie darauf aufmerksam machte, dass sie die Stangen doch bitte liegen lassen sollte: Du bist nicht die einzigste die hier arbeiten will auf dem Platz. Nach 15 min war ich fertig mit longieren und die Frau war immer noch nicht auf dem Platz und auch niemand anders. Den nächsten Tag beschwerte ich mich bei dem Berufsreiter. An einen Tag später kam ich vom Feld mit Godavin und wollte ihm schnell seine Abschwitzdecke holen, da er schwitze und es kalt war. Die Frau vom Berufsreiter ließ mich ihn zuerst nicht anbinden, weil sie mit mir reden wollte. Das was sie mir sagen wollte war, dass ich vom Reitplatz zu gehen hätte wenn zwei Leute ihn betreten und reiten wollen, dass ich nicht auf den Platz zu gehen habe wenn eine Person reiten will, dass ich mein Zirkel klein zu halten habe (Durchmesser 8m) und dass ich mein Pferd nicht auf dem Platz longieren soll, weil ich mein Pferd reiten könnte. Fakt ist dass ich Rücksicht nehmen muss und alle anderen können machen was sie wollen und das sagte ich ihr auch darauf hin und drehte mich um, um endlich Godavin anzubinden. Hielt sie mich fest und ich riss mich los um seine Abschwitzdecke zu holen. Sie lief mir nach und wollte mich nicht hinten aus dem Stall nach vorn zu meinem Pferd lassen, indem sie sich in den Weg stellte und als dumme zeige betitelte. Ich schubste sie leicht beiseite um durchzugehen und mich von ihr loszureißen. Als ich ihm die Decke endlich auflegen konnte schrie sie mich an, dass sie mit mir reden würde. Ich sagte nur kühl: ich aber nicht mit ihnen. Darauf hin fing sie an mich zu beschimpfen als verzogene Göre als blöde Ziege und als Zicke. Von ihr wurde ich ab de Tag ständig angemacht, auch vor den anderen, und wollte selbst die kleinen Kinder, die immer bei mir und Godavin waren gegen mich aufhetzen. Mit einer von beiden hatte sie es sogar geschafft, mit der anderen redetet ich vorsichtshalber nicht mehr. Eine von den Frauen, welche auf den Hof aufgepasst hatten macht mich nun a das mein Pferd weben würde und ich schuld wäre weil ich mich zu wenig um mein Pferd kümmern würde. Fakt ist das ich jeden Tag bin meinem Pferd war für mindestens zwei bis drei stunden. Das ihr Pferd verhaltsgestört war sah keiner von den beiden Frauen. Es ließ nicht anbinden und wenn es das Gebiss nicht nehmen wollte dass nahm es halt das Gebiß nicht und es wurde mit einem Halfter geritten. Mein Pferd wurde von der Frau des Bereiters immer häufiger als Unberechenbar und wild dargestellt. Und ich würde mein Pferd gar nicht kennen. Dann sollte meine Mutter zu ihnen auf den Hof kommen, wieso sagte sie nicht und meine Mutter wollte auch nicht. Es wurde immer kälter und meine Mutter könnte nur mit dem Rad dorthin fahren. Als ich ihr das sagte, das meine Mutter nicht könnte da es zu kalt sei und sie krank ist stellte sie mich als Lügnerin hin. Ich wurde dann mit dem Satz: wir könne auch anders" , unter Druck gesetzt. Als ich mit anderen aus dem Stall unterhielt erfuhr ich das es nicht nur mir so ging, sondern jedem der sich zur Wehr setzte. So erfuhr ich auch das die Frau vom Bereiter jedem erzählte, dass ich mit meinem Pferd nicht klar komme und auch kein anderer und schon so viele wegen einer Reitbeteiligung auf meine Pferd da waren. Die eine wollte sich um mein Pferd kümmern, da sie schon sich dort um ein Pferd kümmerte und wir uns verstanden. Zu ihr sagte sie, dass sie die Finger von Godavin lassen sollte, da ich keine Ahnung hätte und er eine Gefahr sei. Sie hatte sich Tage danach trotzdem um ihn gekümmert und sogar longiert und meinte, dass er lammfromm gewesen wäre. Als ich kündigen wollte fing ein großes Theater an, denn sie wollten mein Kündigung nicht annehmen zum 1.1.2003, sondern erst zum 1.2.2003 könnte ich kündigen. Nachdem die Sache dann gegessen war erfuhr ich außerdem, dass ich mir pro Tag wo mein Pferd nicht im Stall bei ihnen steht einen Euro abziehen könnte, für Futterkosten. Am Nikolaustag stellte ich ihn um, vorher wurde die Kündigung zum 1.1.2003 abgegeben von meinem Vater. Von der Frau wo mein Pferd jetzt steht erfuhr ich das er Tierpfleger bei Joe Bodemann gelernt hatte und nicht Pferdewirt und dass er schon lange kein Berufreiter sein konnte. Durch die Frau die sich im Dezember wegen der Reitbeteiligung vorstellte erfuhr ich das mit dem Misten und dass er ihr unterricht, zum Auffrischen, gab in dem er mistete und sie allein mit einem fremden Pferd auf dem Reitplatz war. Sein unterricht war jetzt nur in mein Sinne besser geworden, dass er auf dem Reitplatz blieb und den Kindern sagte wie sie reiten sollten. Er verbesserte sie immer noch nicht in ihrer Körperhaltung. Eine Stunde Reitunterricht, egal ob in der Gruppe oder Einzelunterricht kostetet für jeden 20€ eine halbe Stunde, wie mir eines von den Mädchen berichtete.
Beim Reitstall in Braunschweig fand ich heraus das er dort Pferdewirt gelernt habe und auch ausgelernt und dann gefeuert wurde. Und auch im Reitstall von Gifhorn wurde er nach kurzer Arbeitszeit gefeuert, da keiner von den Reitschülern zu seinem Reitunterricht erschien. Danach hatte er sich den Hof aufgebaut, welchen er nun 2 bis 3 Jahre hat. Ich habe mir einen Anwalt genommen, da ich mehr als einen Euro an Futterkosten abziehen wollte pro Tag, auf den Brief kam eine Antwort von einem anderen Rechtsanwalt, dass ich die Miete von Januar noch überweisen müsste, bis zu einem Termin, welchen man aufgrund des Postweges sowieso nicht einhalten kann. Denn wenn der Brief beispielsweise am 17. Mai geschrieben wird, erst am 20. Mai eingeht beim Rechtsanwalt und der ihm am 21. zu mir schickt und er am 22. bei mir ist konnte ich nicht am 19.Mai das Geld überwiesen haben. Und dass werde ich auch nicht tun, momentan warten wir auf den nächsten Schlag der gegnerischen Partei.

ERGEBNIS
Ich bekam recht.

 


Ich fing an Godavin zu reiten im Trab und Schritt und konnte auch schon allein aufsteigen. In der Zeit ab dem 15. Oktober war ich auf dem Reitplatz unerwünscht und so wich ich aufs Gelände aus und longierte ihn dort wieder. Am ersten November schauten sich dann zwei Mädchen Godavin an, welche ihn als Reitbeteiligung haben wollten. Dem einen Mädchen sagte ich ab bevor sie ihn ritt, da ich die andere natürlicher fand und sie auch gleich aufstieg und nicht meinte: "heute nicht, können dann ja einen anderen Termin zum reiten ausmachen. "Die andere tat das nämlich. Die andere ritt Godavin an der Longe im Gelände und nachdem wir uns mehrmals getroffen hatten und die ihn immer an der Longe ritt, auch im Galopp, ließ ich sie auf einen Reitplatz. Sie ritt ihn dort nur im Schritt und konnte sich nicht durchsetzen. Und einmal ist sie dann angetrabt und ich hab ihr von außen geholfen beim Angaloppieren. Nach 2 Sprüngen riss sie an den Zügeln und stieg ab, weil er wäre genug gegangen.
Als ich sie dann nach 2 Wochen allein ihn schickte wäre wohl das Hoftor abgeschlossen gewesen und überhaupt hätte sie doch zu wenig Zeit. Die Reitbeteiligungen danach sagen gleich ab, wegen der Strecke oder den Hofbesitzern und dem Schlammreitplatz, welcher auch viel zu klein war. Eine andere Frau fand mich angeblich gar nicht erst auf dem Hof und die Hofbesitzern redete ihr dann ein ich wäre nicht auf dem Hof, sondern wäre gerade gegangen. Am 19.November ließ ich dann Godavin endlich den Pferdepass ausstellen und ihn impfen gegen Influenza und Tetanus. Dies wollte ich schon lange machen lassen nur keiner sagte mir wenn der Tierarzt da ist und so rief ich ihn einfach an und bestellte ihn zum Stall. Es war eine Frau, welches auch sein Bein behandelt hatte. Godavin mochte sie von Anfang an und wollte immer mit ihr schmusen. So fiel es ihr auch schwer seine Abzeichen an der Nase aufzunehmen und an der Kopfunterseite.
Als ich dann am dritten Dezember die Kündigung des Einstellungsvertrages fristgerecht einreichen wollte wurde sie nicht vom Stallbesitzer angenommen. Er meinte nur er müsste das mit seiner Frau absprechen. Zu dem Zeitpunkt hatte er schon 4 leere Ställe. Alle waren gegangen weil es nicht mehr auszuhalten war. Am nächste Tag wurde ich auch abgewiesen und am übernächsten steckte mein Vater die Kündigung der Frau von dem Hofbesitzer die Kündigung zu.


Am Nikolaustag waren wir morgens um 10 schon im Stall und packten alle meine Sachen ins Auto bis auf Longiergurt, Ausbinder, Trense und eine Longe und Gerte. Einige Sachen hatten wir schon am Vortag abtransportiert. Ich putze Godavin etwas durch und legte ihm die letzten Sachen an. Die Ausbinder machte ich noch nicht an seinem Kopf fest, se waren nur für den Notfall. Darüber legte ich nun seine Abschwitzdecke da es etwas frisch war und Godavin anfangen könnte zu schwitzen.
Wir hatten ca. 7 km vor uns oder etwas mehr und das zu Fuß mit Godavin. Nun ging es durchs Dorf, auf dem uns schon bekannten Radweg Richtung Kreuzung und dann durch das nächste Dorf namens Groß Schwülper, dann führe die Strecke an einer Schnellstraße entlang. Mein Vater fuhr im Auto hinter mit und Godavin hinterher und Mama ging mit ihrem Fahrrad mit uns mit. Die LKW´s fuhren an uns vorbei und Godavin zuckte noch nicht mal mit einer Wimper. Sie fuhren zwar mit einem größeren Abstand an uns vorbei, wegen meinem Vater hinter uns, aber doch mit einer gewissen Geschwindigkeit. Als wir mindestens dreiviertel der Strecke hinter uns hatten machten wir in einer Haltebucht eine Pinkelpause. Meine Mama kletterte ins Gebüsch und Godavin bekam etwas zu fressen. Dann ging es auch schon weiter. Nach ca. 75min kamen wir in seinem neuem Domizil an. Ein kleines Shetlandpony begrüßte ihn mit einem lauten Wiehern. Die anderen beiden Trakehner standen in ihrer Box. Ich nahm ihm die Decke und den Longiergurt ab und bracht ihn in seine neue Box. Seine war die Box in der Mitte, so konnte er sich zunächst nicht entscheiden ob er dem Wallach oder der Stute seinen Kopf zuwendete und lief aufgeregt von einer Seite zu anderen. Der Wallach schlug mehrmals mit den Hufen gegen die Boxenwand, welche auch aus Brettern bestand und ca. 160cm hoch war und bis heute noch ist. Die Wand zur Stute rüber war gemauert und hatte die gleiche Höhe. Die Stute quiekte immer wieder obwohl Godavin sie überhaupt nicht berührte. Die Nachbars Tochter war auch gekommen um zu sehen was für ein Pferd wohl kommen würde. Die Besitzern der Stute ist auch gleichzeitig die Besitzern des Stalles und meinte: Was für eine schöne Brust und Schulter er hat, der hat bestimmt tolle Bewegungen. Der Wallach gehörte ihr auch mal, hatte ihn aber an ein 14jähriges Mädchen verkauft. Die Stute soll sie Schwester von dem Wallach sein und ist trächtig. Wir fuhren dann alle wieder nach Hause. Am nächsten Tag bin ich mit Godavin 20min. durchs Dorf spazieren gegangen. Die darauf folgenden 2 Tage war ich nicht bei ihm, um ihn nicht in seiner Eingewöhnung zu stören, erst am 11.12 bin ich erneut mit ihm 10 min spazieren gegangen. Da die anderen Pferde eine Wurmkur bekommen hatten gab ich ihm auch einen Wurmkur, welche ich in der Klinik, wo er kastriert wurde, gekauft hatte. Auch die Zeit danach wurde er nur etwa jeden 3 Tag etwa 20 min longiert. Der Tag vor Weinachten war ein Montag und ich ging mit Godavin 20 min spazieren, im Gelände. Wieder folgte eine Zeit in der ich ihn nur besuchte. Sie dauerte 5 tage, am 6 Tag longierte ich ihn 10 min, übte ich mit ihm die Vorderhandwendung, den Spanischen Tritt, ging 40min.spatzieren. Die ersten Wochen im Januar waren für mich schwer, da ich ihn nicht bewegte sondern nur besuchte. Ich genoss es ihn mit den anderen Pferden einflach nur laufen zu sehen und zu sehen wie er neu aufblühte. Ich dachte, wenn ich ihn bewegen würde, würde er nicht so spielen und er brachte auch dieses bewegen nicht. Er sollte ein wenig zunehmen, da es draußen sehr kalt wurde. Weiter war ich auch ein wenig erkältet und schonte mich. Am 12. 01 war ich mit Mama bei Godavin und longierte ihn eine halbe Stunde. Ich ritt ihn eine viertel stunde lang, während mich die Besitzern des Hofes, Frau Schulze, beobachtete und die Besitzern des Wallachs, ein ca. 12 jähriges Mädchen namens Patricia. Ich ging mit ihm hauptsächlich Schritt und trabte ab und zu auf der langen geraden Seite an. Zum Aufsteigen fragte ich Patricia ob ich immer ihr Putzkiste nehmen dürfte und sie sagte zu. Fünf Tage später war ich mit Papa bei Godavin und galoppierte das erste Mal mit Godavin an. Zwar dauerte der Galopp nur eine lange Seite der Reitbahn, aber dafür war es das erste Mal. Ich brauchte an dem Tag eine Gerte um ihn antraben und galoppieren zu lassen, da ich nicht mit den Schenkeln zu doll klopfen wollte. Wieder wurde ich von Patricia und Frau Schulze beobachtet, welche sich mit meinem Vater unterhielt. Geritten bin ich an dem Tag auch nicht länger als 15 min und habe ihn wie immer vor dem reiten ablongiert. Am nächsten Tag wurde er 20min. von mir longiert und ging ca. 5mal über einen Sprung von ca. 50cm Höhe. Longiert wurde er am Sonntag 15 min und ich ritt eine Vorderhandwendung und Galoppierte wieder einen halbe Runde ganze Bahn. Der Schritt war mir in der halben stunde sehr wichtig und ich versuchte mit ihm einige Biegearbeit. Ich wollte ihn reiten an der langen Seite, so dass er mit dem Kopf und Hals in die Bahnmitte schaut oder wenigstens gerade ist. Er schaute immer an der einen Seite zur "Bande" des Reitplatzes, besonders wenn ich mit ihm rechtsrum ritt, also im Uhrzeigersinn. Montag longierte ich ihn und verbesserte seine Vorderhandwendung, Spanischen Tritt und fing wieder an mit dem Rückwärtsrichten. Ich hatte das Gefühl er hatte das Rückwärtsrichten schon fast vergessen. Dann machte ich Freie Arbeit, dh. ich ließ ihn die Übungen durchführen ohne das ich ihn festhielt oder auch nur irgendwie die Möglichkeit hatte ihn festzuhalten. Allein durch meine Stimme und Gesten ließ ich ihn die Übungen vorziehen und führte diese meiner Mutter am nächsten Tag vor. Sie glaubte zunächst ihren Augen nicht, da er so gut hörte und das nicht unbedingt "normal" ist.

Erst am 22 Januar begann ich Godavin wieder mit Schlaufzügeln und Longiergurt zu longieren und etwas Kondition zu fordern. Bis zu dem Zeitpunkt longierte ich ihn nur mit Trense und um ihn einfach nur zu bewegen.




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